Aufgaben im Bergpark Wilhelmshöhe

Grundlage für die Pflege, die Instandhaltungen und Instandsetzungen im Bergpark Wilhelmshöhe ist das 2005 veröffentlichte Parkpflegewerk.

Viele der unmittelbar notwendigen Arbeiten können weitgehend durch eigenes Personal und aus dem Budget der Museumslandschaft Hessen Kassel geleistet werden, insbesondere kleinere Bauunterhaltungsarbeiten sowie Maßnahmen zur Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung der historischen Wegeführung und des Vegetationsbildes.

Die Erhaltung der Parkstaffagebauten und der Wasserwege im Bergpark kann aufgrund eines Sanierungsstaus derzeit kaum in Eigenleistung bewältigt werden. Daher werden neben dem Herkulesbauwerk folgende weitere Projekte im Bergpark bearbeitet:

Grundinstandsetzung der Wasserwege

Die Wasserkünste im Bergpark Wilhelmshöhe sind ohne Zweifel die bedeutendste touristische Attraktion, die Kassel seinen Besuchern zu bieten hat – und dies schon seit knapp 300 Jahren. Außer einem offensichtlichen Sanierungsbedarf an den Großbauwerken des Wassers, etwa dem Steinhöfer Wasserfall, dem Neuen Wasserfall oder der barocken Großen Kaskade mit den Vexierwasserspielen unterhalb des Herkulesbauwerks, gibt es an den unzähligen Wasserläufen im Park eine Vielzahl von kleineren Schäden, die ebenfalls nach einer grundlegenden Instandsetzung verlangen. So geht ein erheblicher Teil des Wassers auf dem Weg durch den Park verloren, sucht sich eigene Wege und führt dabei zu weiteren Schäden. Durch zahlreiche zum Teil bereits realisierte Einzelmaßnahmen soll der Zustand der Wasserwege stabilisiert werden. Mit den zunächst zur Verfügung gestellten Mitteln können die akuten Schäden, die einen Weiterbetrieb der Wasserkünste derzeit gefährden, behoben werden.

Im Jahr 2010 konnte die Instandsetzung des Steinhöfer Wasserfalls abgeschlossen werden. Arbeiten an den Peneuskaskaden, am Aquädukt, an der barocken Großen Kaskade und an der Vexiergrotte haben inzwischen begonnen. Eine Sonderstellung genießt der Neue Wasserfall. Er ist der letzte erbaute und zugleich größte Wasserfall im Park und ist gestalterisch wie geschichtlich der Abschluss der Wasserkünste. Aufgrund seines Standortes auf einem sandigen Untergrund und seiner Dimensionen mit 16 Meter breiten und ebenso tiefen Wasserstürzen war sein Betrieb von Beginn an unregelmäßig. Dennoch war er bis 1943 funktionsfähig. Sein Zulaufsystem ist ebenso weitgehend erhalten, wie der Wasserfall selbst. Als integraler Bestandteil der Wasserkünste wird das Ziel verfolgt, diesen Wasserfall wieder Instand zu setzen und regelmäßig zu betreiben. Hierbei ist der Erhaltung des überkommenen Denkmals besondere Beachtung zu schenken, da dieser Wasserfall in jüngerer Zeit keine Überformung durch Instandsetzungen erfahren hat.

Instandsetzung und Wiederaufbau der Parkarchitekturen

Die erhaltenen kleinen Staffagebauten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts im Bergpark Wilhelmshöhe sollen gemäß ihrem historischen Zustand instand gesetzt und wiederhergestellt werden. In einem zweiten Bauabschnitt sind die Standorte verloren gegangener Gartenarchitekturen kenntlich zu machen, um den Besuchern auch die geistesgeschichtliche Bedeutung des Parks nahe zu bringen.

Sanierung der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung

Das Leitungsnetz der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung ist im oberen Bereich des Bergparks Wilhelmshöhe einschließlich der zugehörigen technischen Anlagen überaltert und schadhaft. Beginnend am Herkulesplateau werden die Anlagen in zwei Bauabschnitten erneuert.

Verkehrserschließung

Die teilweise extreme Hanglage, die den Schöpfern erst die grandiose Inszenierung der Wasserkünste ermöglichte, ist gleichzeitig die größte Herausforderung für ihre Wahrnehmung. In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft stellen lange und steile Wege ein großes Problem dar. Hier wird eine wesentliche Verbesserung eintreten, die zu einem Großteil durch eine Neuorganisation bestehender Infrastrukturen erreicht werden kann. Im Rahmen der engen Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel wurde vereinbart, dass die Stadt aufgrund ihrer Verkehrshoheit auch die technischen und ökonomischen Notwendigkeiten und Möglichkeiten für den Betrieb eines parkinternen Verkehrsmittels federführend prüft und Vorschläge für eine parkinterne Erschließung erarbeitet. Dies geschieht in enger Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Museumslandschaft Hessen Kassel und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Ein wichtiger Schwerpunkt im Rahmen der Verkehrserschließung ist die Neudefinition der Eingangszonen zum Park. Die beiden wichtigen Anlaufpunkte für die Besucher, die zu Fuß, mit Bus, Straßenbahn oder Pkw anreisen, sind die oben beschriebenen Besucherzentren am Herkulesplateau sowie im historischen Stationsgebäude am östlichen, unteren Ende des Bergparks. Neben der Aufnahme und Lenkung der eintreffenden Besucher ist vor allem auch der fließende und ruhende Verkehr in diesen beiden wichtigen Eingangszonen neu zu ordnen und neu zu gestalten.






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